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"BÄRENREIHE", 2009

Eine Reihe bestehend aus 25 Gemälden unterschiedlicher Formate. Entsanden 2009. Öl auf Leinwand.
Bis auf zwei Gemälde die sich im Besitz des Künstlers befinden, befinden sie die übrigen 23 Gemälde in
Privatsammlungen in Deutschland und Dänemark.


 

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Kurzkonzept:

Die Gemälde erzählen von drei archetypischen Figuren. Dem Bären, dem Mann in rot und dem Mann in schwarz.

Die Figuren stehen jeweils für eine Zeit. Der Bär ist zum Beispiel die Zukunft. Er ist naiv, weil er über keine Erfahrungsswerte verfügt. Wie ein Kind. Der Mann in rot ist die Gegenwart. Er ist die Vaterfigur, die dem Bären die Welt erklärt, und die über das Jetzt
entscheidet.

Der Mann in schwarz, ist wie ein Geist aus der Vergangenheit. Er steht für die Dinge, die der Mann in rot als Kind noch verstanden hat, zu denen er aber als Erwachsener keinen Zugangn mehr hat. Es ist die animalische Welt, die Traumwelt. Das Unterbewußte, zu dem der Bär -das kindlich naive also- einen Zugang hat, und mit dem es zu kommunizieren versteht.

Auf den Bildern werden die Figuren mit Alltagssituationen konfrontiert, die ich  manchmal bei meinem (drei jährigen)
Sohn abgekuckt habe. Meistens wollte ich ihm etwas erklären, sehr oft habe ich aber auch etwas von ihm gelernt, oder wurde an etwas vergessenes erinnert.

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Ausführliches Konzept:

Die Bärenreihe.

Drei Figuren. Der “Bär”, der “Mann in rot”, und der “schwarze Mann”. Sie stehen sie für drei Arten die Welt zu sehen, und gleichzeitig repräsentieren sie drei Zeiten. Der naive Bär sieht alles zum ersten mal. Er repräsentiert die Zukunft. Der “Mann in rot” ist der Anführer. Er repräsentiert die Gegenwart. Und der “Mann in schwarz”. Er repräsentiert die Vergangenheit. Eine Zeit, die man nicht mehr fassen kann. Auf den Bildern treffen alle Zeiten aufeinander. Die Vergangenheit trifft auf Gegenwart und Zukunft.


Wie in jedem guten Film oder Geschichte. So wie “Pate 1” z.B. nichts anderes erzählt, wird als dass eine Generation (eine Zeit) durch eine andere abgelöst wird, dass die Werte von gestern (Vergangenheit) dargestellt von der Figur “Vito Corleone” durch eine Veränderung ( “Der Türke”, der auch die Gegenwart ist ) über den Haufen geworfen und zerstört weden. Damit entsteht ein Ungleichgewicht. Ein Ungleichgewicht, welches nur noch mit Hilfe der “Zukunft” dargestellt durch die Figur Michael Corleone und eines “neuen Werkzeugs” bzw. neuen Werte, wieder hergestellt werden kann. Am Ende haben wir eine Hochzeit. Wenn Michael Corleone die Hand, wie vormals seinem Vater geküsst wird, heiratet die Zukunft die Vergangenheit und verschmitzt zur Gegenwart und Michael Corleone ist der “neuer Böser”, der “Türke”. Oder die Figur “Darth Vader” aus dem Film “Star Wars”. Er ist nichts anders als ein Repräsentant der Vergangenheit. Wie ich finde sogar in einer ziemlich “reinen” Form, weil einfach nur ein “schwarzer Mann” und das ist doch die Vergangenheit: ein “schwarzer Mann”. Und wieder haben wir einen erstmals naiven Sohn (die Zukunft), der gegen etwas böses (Gegenwart) kämpft, um sie zu besiegen und damit die “Vergangenheit zu heiraten”  (ihre “bösen” Züge anzunehmen) womit er ein vollwertiger Vertreter der Gegenwart wird.

Ich finde es faszinierend wie verbreitet dieses Schema ist. Politk, Showbuisness, Musik, Religion, alles scheint mir davon durchdrungen zu sein. Von diesem “Rollenspiel” dieser drei Figuren und der Figuren selbst. Eine Burka z.B., was repräsentiert sie für uns Eurpäer? Das Schwarze, das Unbekannte, etwas wovon wir Angst haben... Warum eigentlich? Eine Person in einer schwarzen Burka sieht fast exakt so aus wie “Darth Vader”.

Ich könnte mir wirklich vorstellen, dass wir mehr Frieden auf der Welt stiften könnten, wenn wir mal unsere “Sehgewohnheiten”, vielleicht auch Ikonographie etwas öffnen und Verändern würden, als mit Politik und “Willen zum Frieden”.

Denn vielleicht wird dieser Wille nie etwas bringen, wenn wir in dem, was für andere Kulturen das normalste Aussehen einer Frau ist, nichts anderes als etwas “böses” sehen können. Und ich glaube auch nicht, dass das “Sehen” etwas angeborenes ist. Ich halte es für erlernt und überliefert. Schließlich gibt es Völker in Afrika, die die Aufsicht nicht kennen. Sie können einfach weder einen Elefanten von oben wieder erkennen noch zeichnen. Vieleicht weil sie in einer Gegend leben, wo es keine Treppen gibt, und auch sonst nicht so vieles, worauf man klettern könnte. Man hat mal in Neuguinea den Angehörigen eines Stammes, die noch nie einen Fernseher gesehen haben, einen Film vorgeführt und sie danach gefragt, was sie gesehe hatten. Sie antworteten: “Hühner”. Es gibt Leute, die sich das nicht vorstellen können. Ich kann mir das sehr gut vorstellen. Ich habe auch bvei jedem zweiten Film, den ich in den großen Kinos sehe, schon nach einer Minute und 100 Schnitten das Gefühl: “Schon wieder Hühner! Wenn ich nur wüsste, wem nach oder wovor weg sie diesmal laufen...” Aber vielleicht ist diese Frage überflüssig, denn es wird nichts anderes als “der schwarze Mann” sein. Armer “schwarzer Mann”. Würde man ihn wenigstens nach Kilometern bezahlen (so viel wie er laufen muss). Aber nein: er wird gar nicht bezahlt. Statt dessen, bekommt er am Ende immer einen auf den Deckel.

Sebastian Bieniek (2009)

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Sebastian Bieniek beim Malen eines Bildes aus der Bärenreihe 2009


Beitrag von zoolamar.com über die Bärenreihe

Zitat:

"...Das völlig irritierende daran ist, dass der Künstler sein Bild immer und immer wieder übermalt, bis es mit dem ursprünglichen Entwurf nichts mehr zu tun hat. Das sieht fast ein wenig aus wie Bildhauerei mit dem Pinsel. Getreu Michelangelo Buanarottis Sichtweise, der über seine Arbeit (den David) sagte, das Kunstwerk sei ja schon im Stein enthalten gewesen, er habe es nur freigelegt. Sebastian Bieniek scheint so etwas ähnliches zu tun, nur mit umgekehrten Vorzeichen.

Oder ist es eine Bildergeschichte, die sich in Schichten erzählt? Eine Art gemalter Film? Wie immer. Ich verweigere mich für den Moment standhaft der professionellen Rezeption und genieße einfach nur mein Erstaunen..."


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Die Bilder:

Bär Nr. 1





"Der Mann, der nicht über seine Ohren sprechen möchte"

80x 60cm. Öl auf Leinwand. 2009. Privatsammlung

Bär Nr. 2





"Der Bär in einem Topf"
40x 30cm . Öl auf Leinwand. 2009. Privatsammlung

Bär Nr. 3




"Der Mann, der dem Bären die Welt erklärt"
50x 50cm . Öl auf Leinwand. 2009. Privatsammlung

Bär Nr. 4




"Das erste Mädchen, das der Bär fragt: voulez-vous coucher avec moi?"
100x 80cm. Öl auf Leinwand. 2009. Privatsammlung

Bär Nr. 5




"Der Bär und ein einheimischer Experte, wollen jetzt in Afghanistan aufräumen"

100x 60cm . Öl auf Leinwand. 2009. Privatsammlung

Bär Nr. 6




"Der Mann, der dem Bären erklärt: Blumen sind nichts für dich"
150x 100cm . Öl auf Leinwand. 2009. Privatsammlung


Bär Nr. 7




"Die Schippe gehört allen, oder der erste Versuch einer kummunistischen Infiltration"

120x 100cm. Öl auf Leinwand. 2009. Privatsammlung

Bär Nr. 8




"Der unglückliche, weil in eine Giraffe verliebte Bär"
60x 40cm . Öl auf Leinwand. 2009. Privatsammlung


Bär Nr. 9




"Der Bär, der das Orakel nach dem Sinn des Bären fragen geht"
120x 100cm . Öl auf Leinwand. 2009. Besitz des Künstlers

Bär Nr. 10




"Der Bär der heute wegen Zahn- und Nasenschmerzen Zuhause bleiben muss"

90x 60cm . Öl auf Leinwand. 2009. Privatsammlung



Bär Nr. 11




"Kontrolle !!!"
120x 80cm . Öl auf Leinwand. 2009. Privatsammlung

Bär Nr. 12




"Die Zwei, die den Dritten wieder fit machen wollen"

120x 80cm . Öl auf Leinwand. 2009. Privatsammlung

Bär Nr. 13




"Der neue US Präsident entschuldigt sich für die Fehler des alten"

80x 80cm . Öl auf Leinwand. 2009. Privatsammlung

Bär Nr. 14




"Bist du mein Papi?- Was sagten die anderen?- Vielleicht- Vielleicht"
120x 100cm . Öl auf Leinwand. 2009. Privatsammlung

Bär Nr. 15




"Das Schweißtuch des Bären"

40x 30cm . Öl auf Leinwand. 2009. Privatsammlung

Bär Nr. 16




"Der misstrauische Bär"
70x 60cm . Öl auf Leinwand. 2009. Privatsammlung

Bär Nr. 17




"Der Bär, der den Mann küssen will, der vor ihm sterben wird"
300x 200cm . Öl auf Leinwand. 2009. Privatsammlung





Bär Nr. 18



 
"Das Geheimnis de Bären"

100x 100cm . Öl auf Leinwand. 2009. Privatsammlung

Bär Nr. 19



 
"Babybär"
40x 30cm . Öl auf Leinwand. 2009. Privatsammlung


Bär Nr. 20




"Madonna-Bär"
80x 80cm . Öl auf Leinwand. 2009. Privatsammlung

Bär Nr. 21




"Bambi-Bär"
70x 60cm . Öl auf Leinwand. 2009. Privatsammlung

Bär Nr. 22




"Der
Eisbär"
100x 80cm . Öl auf Leinwand. 2009. Privatsammlung

Bär Nr. 23




"Der Unterschied zwischen der realen und gefühlten Freiheit"
70x 60cm . Öl auf Leinwand. 2009. Privatsammlung

Bär Nr. 24




"Der Hundmensch und der Bär"

140x 90cm . Öl auf Leinwand. 2009. Privatsammlung





Bär Nr. 25




"Der schwere Bär"
90x 60cm . Öl auf Leinwand. 2009. Besitz des Künstlers